Welche Packerl wir zu tragen haben



Zum Korbiniansjahr ist in St. Georg nun eine Kunstinstallation zu sehen: "Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht wir? Korbinians Packerl: Bürden - Erwartungen - Hoffnungen".

Geschaffen wurde sie von Gabriele Abs, Helma Dietz, Maria Kiess und Elisabeth Seitzl - der Gruppe "Sturmwind 2.0". Es geht um die Bürden und Lasten, die Kirche, Gesellschaft und wir alle zu tragen haben. Dafür stehen alte, zusammengeschnürte Gebetbücher; über ihnen hängen beschriftete Papierbahnen. Die Installation soll zur Besinnung einladen.

Zu sehen ist sie bis zum 21. Juli 2024 in der Stadtpfarrkirche St. Georg



Die Gedanken der Künstlerinnen

Wann, wenn nicht jetzt?
Wer, wenn nicht wir?
Korbinians Packerl: Bürden - Erwartungen - Hoffnungen

Wir haben uns gefragt, ob und wie sich die Strahlkraft des Hl. Korbinian bis in unsere heutige Zeit und Gesellschaft erhalten hat und wie sie positiv weiterwirken kann.

Botschaften aus dem Evangelium, besonders der Bergpredigt, aber auch dem weltlichen Grundgesetz geben Impulse und Orientierung für eine Wiederbelebung und Erneuerung des durch das Christentum vorgegebenen humanitären Wertekodex, also für den Wesenskern einer modernen sozialen Gesellschaft.

Das Betrachten der Kunstinstallation soll zur Reflexion unserer gegenwärtigen Situation und zu verantwortungsvollem Handeln für eine lebenswerte Zukunft anregen.

Sinnfällig gemacht wird unsere Intention durch eine Installation aus recycelten Gebetbüchern und beschrifteten Papierbahnen. 

Die zusammengeschnürten Bücher erinnern einerseits an die Lasten, die der Bär des Korbinian nach Rom tragen musste. Andererseits verweisen sie auf die Bürden und Aufgaben von Kirche, Gesellschaft und jedem Einzelnen von uns heute.

Über diesen "Packerln" schweben verschiedenfarbige Papierbahnen, auf denen Wörter eingeschnitten sind, die negatives oder positves menschliches Verhalten benennen, wie z.B. GIER, GEWALT, HYBRIS oder DEMUT, VERTRAUEN, GERECHTIGKEIT. Auf fünf transparenten Bahnen finden sich - handschriftlich notiert - Anregungen für persönliches Handeln, wie HALTUNG ZEIGEN, MUT MACHEN, VERZICHT ÜBEN.

Auf einer Stellwand können von Besucherinnen und Besuchern Kommentare und eigene Gedanken notiert werden.



Stadtpfarrer Daniel Reichel bei der Vernissage am 6. Juni.
Fotos: Hildegard Kirschner, Irmgard Vey